Am 13. Mai 1785, also bereits 70 Jahre nach der badisch-markgräflichen Gründung der neuen Residenz und Stadt Karlsruhe, wurde in unsere Loge „das Licht eingebracht“. Unter dem Schutz von Markgraf Karl Friedrich, dem späteren Großherzog von Baden stehend, gab sie sich zunächst den Namen „Carl zur Einigkeit“. Änderte ihn 1847 nach dem damaligen Großherzog Leopold v. Baden in „Leopold zur Treue“. Sie war Keimzelle („Mutterloge“) für weitere Logengründungen in Karlsruhe und Baden. Nur durch Zeiten politischer oder dogmatischer Unfreiheit unterbrochen, versteht sie sich bis heute als aktive „Werk- und Übungsstätte“ für Toleranz, Brüderlichkeit, freiheitliches Denken und Forschen. Ist aktiver Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt und darüber hinaus.

Mitglieder – gestern und heute

Viele ihrer Mitglieder gestalteten als „bekannte Persönlichkeiten“ und bekennende Freimaurer die Entwicklung in Stadt, Region und Land das öffentliche Leben politisch und kulturell mit. Über Jahrhunderte lesen sich die Mitgliederverzeichnisse wie das „Who is Who“ der Stadt und Region. Da es in der Freimaurerei nicht um „Berühmtheit“, sondern nachhaltige Werte geht, hier stellvertretend nur einige Namen – sie stehen mit ihrer Reputation für Gesinnung und redliche Geisteshaltung: W. Ch. Griesbach, der erste OB der jungen Stadt. Baumeister Friedrich Arnold, der den Großteil der Weinbrennerbauten errichtete. Karl Friedrich Nebenius, bedeutender liberaler badischer Politiker, Autor der ersten badischen, zugleich 1. deutschen demokratischen Verfassung von 1818, Reformer des Bildungswesens, Gründungsförderer der Technischen Hochschule und anderer bahnbrechender Initiativen. Durch Wandlung der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten sowie der Entwicklung der badischen Residenz und Landeshauptstadt zur „Residenz des Rechts“, zum internationalen und innovativen Wissenschafts-, Technologie-, Wirtschafts- und Kulturzentrum, veränderten sich auch Berufe und Funktionen der Logenmitglieder. Sie kommen heute aus allen Ebenen der bürgerlichen Gesellschaft. Fast alle Berufszweige sind präsent.

Aktivitäten

Mit Tagen der offenen Tür, Vorträgen und Veranstaltungen, sowie karitativen Engagements beteiligt sich die Loge am öffentlichen Geschehen. Fördert und unterstützt kulturelle, soziale und gemeinnützige Einrichtungen in Stadt und Region. Sie „gehört zur DNA der Stadt“, wie der OB-Vertreter 2017 im Grußwort beim Festakt der Karlsruher Logen zum 300-jährigen Freimaurer-Jubiläum feststellte. In Anwesenheit von Vertretern aus allen Bereichen der Gesellschaft. Auch wenn bei solchen Anlässen immer wieder über ideelle und materielle Fördermaßnahmen anerkennend berichtet wird, dienen diese nicht einem nach außen gerichteten spektakulären Selbstzweck. Sie sind Teil der freimaurerischen Gesinnung und ihrem Auftrag zur Humanität. Neben den diskreten Aktionen der Loge seien nicht zuletzt die ebenfalls persönlichen Engagements einzelner Brüder in ihrem Wirkungskreis genannt. Als Ergebnis bewusst humanitären Denkens und Handelns. Wie alle Logen ist auch unsere mit Einzugsgebiet weit über die Stadtgrenzen hinaus durch ihre Mitglieder individuell geprägt. Sie setzt sich zzt. aus rund 50 Männern jeglichen Alters und unterschiedlichen Charakteren zusammen. Sie hat die Besonderheit und das Verbindende der Freimauerei zusammengeführt. Menschen, die sich sonst wohl nie kennengelernt hätten oder begegnet wären, vermitteln sich bei Gesprächen und regelmäßigen Zusammenkünften immer wieder neue Sichtweisen, Erfahrungen und Bereicherungen. Sie tauschen sich aus über Wesentliches, das im Jetzt und Heute das Leben prägt und bestimmt. Diskretion, Vertrauen und gegenseitiger Respekt sind Grundlagen eines besonderen Umgangs. Vorträge, gesellige und öffentliche Veranstaltungen mit Angehörigen, Freunden und Gästen ergänzen die Logen-Aktivitäten.

Inhalte – Ziele – Aufgaben

Vermittlung, Bewahrung und zeitgemäße Weiterentwicklung von nachhaltigen ethischen Werten sind Inhalte unserer freimaurerischen „Tempelarbeiten“ und wöchentlichen Treffen. Mit der Verpflichtung, sich eigenverantwortlich, undogmatisch und aktiv in unsere brüderliche Gemeinschaft einzubringen. Hierbei weiterführende alltagstaugliche Erkenntnisse zu erfahren, setzt ideelle, geistige und angemessene zeitliche Präsenz voraus. In einer Zeit, die eher das Trennende sucht, als das Gemeinsame findet, ist gelebte und geübte Brüderlichkeit eine der „Kraftquellen“. Unsere Loge ist gut aufgestellt. Findet wachsendes Interesse in einer Orientierung suchenden Gesellschaft. Gerade auch bei jüngeren Menschen. Die Tür unseres Logenhauses in der Bismarckstraße ist offen für alle mündigen Menschen, deren aufrichtiges Interesse zu uns führt.